Pflegesysteme für weiche Contactlinsen
Diese Pflegesysteme benötigen Reiniger, Abspüllösungen, Desinfektionslösungen, Proteinentferner und Nachbenetzungslösungen.
Reiniger müssen nicht grundsätzlich verwendet werden. Erst wenn sich bei den Sitz- und Funktionskontrollen zeigt, dass eine Neigung zu bestimmten Ablagerungen vorliegt, rät der Anpasser dazu. Grundsäzlich gilt, der Contactlinsen-Spezialist empfiehlt das passende Pflegesystem abhängig vom Contactlinsen-Material, der Tränenfilm-Beschaffenheit und den persönlichen Anforderungen, die jeder Lebensstil mit sich bringt.

Bei den Abspüllösungen unterscheidet man zwischen den gängigen Kochsalzlösungen und Kaliumchloridlösungen. Die häufig verwendete Kochsalzlösung dient zum Abreiben der Linsen vor der Desinfektion und zum Abspülen der Linsen vor dem Aufsetzen. Kaliumchloridlösungen werden genauso vewendet wie Kochsalzlösungen - mit dem Vorteil, dass sie sich besonders für Contactlinsenträger mit trockenen Augen eignen. Die Contactlinsen können 30 Minuten in die Kaliumchloridlösung eingelegt werden. So kann man die angenehme Tragezeit verlängern.

Desinfektionslösungen gibt es als Wasserstoffperoxid-System und als All-in-One/Kombilösungen. Wasserstoffperoxid-Systeme brauchen immer eine Neutralisation, weil das Wasserstoffperoxid nie direkt ans Auge gelangen darf. Die Neutralisation kann über eine zweite Lösung, mithilfe eines Katalysators oder von Tabletten geschehen. Die Neutralisierungszeit liegt je nach System zwischen zehn Minuten und sechs Stunden. Vorteil: Die Contactlinsen werden intensiv gereinigt und bieten langfristig sicheren Komfort.
Wie der Begriff "All-in-One" besagt, gibt es nur eine Lösung zum Reinigen, Abspülen, Desinfizieren und Aufbewahren. Vorteil: Es ist nur eine Flasche Gebrauch. Nachteil: Die Konservierungsstoffe in den Lösungen begünstigen bei täglichem Gebrauch trockene Augen und mittelfristig auch Zellveränderungen am Auge. Mögliche Konsequenz: Das Tragen von Contactlinsen ist nicht mehr möglich.